Werken, Digitalisierung und Medienkompetenz – Die Brückenpfeiler im Fächerkanon
Wir sind Werklehrer und Administratoren dieser digitalen Plattform “wiki.waldorf-werklehrer.de”, unser Motto: “Hände werken”.
Uns ist die Digitalisierung ein großes Anliegen, nicht zuletzt, um natürliche Ressourcen und Rohstoffe wie Papier zu schonen und ihren Verbrauch zu mindern. Hier entsteht gerade die dritte Online-Publikation, die jedem Besucher frei zugänglich und verfügbar sein wird.
Gerade die Corona-Pandemie hat uns gelehrt, wie hilfreich es sein kann, online im Kontakt und Austausch bleiben zu können, mit Kindern auch im Werkunterricht, mit Kolleg:innen, im Coaching.
Zugleich vertreten wir entschieden die Haltung, dass digitale Medien im Unterstufenunterricht nichts zu suchen haben, gleichwohl das Handy zum Handgepäck beinahe aller Kinder gehört.
Wir machen uns, der Anregung Rudolf Steiners von 1922 folgend dafür stark, dass das Werken in der Waldorfschule “früher” als in der 5. oder 6. Klasse einsetzen sollte.
Die technische Entwicklung hin zum Digitalen und der Digitalisierung ist rasant fortgeschritten und hat berechtigterweise Einzug auch in die Schulen und den Unterricht gehalten.
„Werken mit den Kleinen?!“ ist seit gut einem Jahr integraler Bestandteil des Waldorf-Lehrplans. Wir arbeiten zum Thema in Workshops mit Lehrkräften bei der Sommerakademie der Freien Hochschule Stuttgart und mit Studierenden an der Bergischen Universität Wuppertal.
Im praktischen Tun mit interessierten Menschen, Lehrkräften und Studierenden erschließt sich der Wert und die Notwendigkeit der “Handtätigkeit” unmittelbar.
Unser Metier ist in erster Linie die praktische Arbeit, aber wir müssen uns auch auf der Ebene erklären, wo das gesprochene Wort und der geschriebene Text die Mittel der inhaltlichen Auseinandersetzung und des wissenschaftlichen Diskurses sind.
An dem Punkt haben wir den Kontakt zu zwei Hochschulen gesucht, namentlich zu zwei Professoren, denen die Digitalisierung als ein sehr ernstzunehmendes Thema in der Forschung am Herzen liegt und das sie in ihre wissenschaftliche Arbeit einbetten, Prof. Dr. Thomas Damberger vom Tessin Lehrstuhl “Erziehungswissenschaft im Kontext der Digitalisierung” der Freien Hochschule Stuttgart und Prof. Dr. Jochen Krautz von der Fakultät “Kunst und Design” der Bergischen Universität Universität Wuppertal.
Wenn wir „schreiben“, geschieht das aus der sich aufdrängenden Notwendigkeit, uns zu einem brennenden Thema mitteilen zu wollen und das “rechtzeitig” zu tun.
Dabei verzichten wir auf den üblichen redaktionellen Feinschliff des Schreiners oder der Schreinerin und belassen es bei der holzschnittartigen, lebendigen Oberflächengestalt der Texte.
Das mag man uns nachsehen.
Thomas Verbeck und Heike Birk
Rmscheid und Kastellaun Januar 2026